aether1.org Penelope Wehrli
Eadweard’s Ear
Muybridge extended

Ein Interface für Komponist, Tänzer und Musiker

Berliner Editionen: 8. – 11. Februar 2017, Uferstudios Berlin
Rümlinger Editionen: 12. – 13. 8. 2017, Festival Neue Musik Rümlingen
Frankfurter Editionen: Winter 2017/18, Mousonturm Frankfurt

Idee / Konzept / Künstlerische Leitung: Penelope Wehrli //
Mediensteuerung Notationssystem: Joa Glasstetter //
Mediensteuerung Bildsystem: telematique / Sven Gareis //
Kostüme: Ellen Hofmann //  Licht: Fabian Bleisch //
Technische Leitung: Thomas Koch // Produktionsleitung: Anna Bergel //



Inspiriert zu „Eardweard´s Ear“ haben uns die Chronophotografien von Eadweard Muybridge und Etienne-Jules Maray, die im 19.Jh. erstmals Bewegungsabläufe sichtbar machten, und die als erste graphische Notationen leiblicher Bewegungen verstanden wurden.

Wir entwickeln ein Interface, mit dem wir tänzerische Bewegung aufzeichnen und in Echtzeit in eine graphische musikalische Notation transformieren. Dadurch schaffen wir eine virtuelle Architektur, in der Tänzer und Musiker, vermittelt durch eine kompositorische Setzung, dialogisch interagieren.


Berliner Editionen
Komposition / Musikalische Leitung: Gerriet K. Sharma //
Choreografische Entwicklung / Tanz: Jutta Hell, Dieter Baumann (Rubato) //
Musiker: Alejandra Cardenas / Stephanie Hupperich / Alexander Nickmann.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfond.

Rümlinger Editionen
Komposition / Musikalische Leitung: Thomas Kessler / So Jeong Ahn //
Choreografische Entwicklung / Tanz: Jutta Hell, Dieter Baumann (Rubato) //
Musiker: Olivia Steimel, Sergej Tchirkov.
Gefördert durch Pro Helvetia, Kanton Basel-Landschaft.

Frankfurter Editionen
Komposition / Musikalische Leitung: Gerriet K. Sharma //
Choreografische Entwicklung / Tanz: Jutta Hell, Dieter Baumann (Rubato) //
Musiker: Alejandra Cardenas / Stephanie Hupperich / Alexander Nickmann.

Drei Komponisten haben wir eingeladen, dieses Interface mit ihrer musikalischen Impulssetzung zu verknüpfen und dafür ein Live-Instrumentarium zu wählen. Drei Editionen entstehen an drei Orten. Für jedes musikalische Setting suchen wir Bewegungsmaterial mit einem oder mehreren Tänzern und Spielregeln für die Musiker. Jedes Setting wird im Probenprozess präzisiert und verfeinert, bis es für Tänzer und Musiker ein Instrument ist, das sie gemeinsam spielen können.

In der Performance gibt der Tänzer den ersten Impuls. Er sucht in der Bewegung nach dem Klang, der Vorgang des Hörens bestimmt die Art der Bewegung. Wir zeichnen aber nur minimale Bewegungsdaten auf, die Notation gibt den Musikern ein fragmentiertes Bild der Bewegung. Sie vervollständigen die Notation in ihrer Vorstellung und interpretieren sie, um sie spielen zu können. Jede musikalische Reaktion wendet sich somit als Antwort an den Tänzer. Zu Beginn ist das ein beidseitig tastendes Suchen, ein Spiel mit zeitlichen Lücken. Aber zunehmend entsteht zwischen Tänzer und Musiker ein lebendiger Dialog über die Schnittstelle der virtuellen musikalischen Architektur und ihrer Interpretation.

Die Bewegung zeichnen wir – neben den Bewegungssensoren am Körper eines Tänzers – zudem mit einer Kamera von aussen auf. Mehrere Einzelbilder dieser Aufnahmen projizieren wir nebeneinander als Abfolge in Echtzeit in den Raum. Nach einem Intervall werden sie von aktuelleren Bewegungsbildern überschrieben. Die Einzelbilder markieren Zeitpunkte in der Notation; die Bild- und Notationsdaten sind gekoppelt und wieder einspielbar.

Eadweard’s Ear ist eine mehrstündige installative Performance. Musiker und Tänzer agieren auf zwei separaten Spielflächen und sind durch eine Projektionswand optisch und räumlich voneinander getrennt. Die Zuschauer wählen ihre Position im Raum und können diese während der Aufführung wechseln.