aether1.org       Penelope Wehrli

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aether1.org Penelope Wehrli Noch verstärkt wird das Mitfühlen durch ein Dauerfeuer von Filmprojektionen: kurze Schnipsel aus Hitchcock- und Nachrichtenfilmen, die wie Erinnerungsfetzen hinten auf der Bühne auftauchen und verschwinden, bald groß und bedrohlich werden, durch andere Bilder überlagert, ausgelöscht, verdrängt werden. So ungefähr geht es zu im Kopf - beim Denken, beim Fühlen, beim Sich-Fürchten, beim Freuen. Es ist kein Einzel-Gedächtnis, was Penelope Wehrli uns da vorführt, es ist unser aller Gedächtnis: mit der rätselhaften Schönheit von Ingrid Bergmann und dem brennenden Tschernobyl als den Eckpfeilern dessen, was verhandelt wird. Die verflixte siebte Kammer
All diese Mittel sind nicht willkürlich gewählt: Sie gehören zum geistigen Kontext der Oper.
Als "Herzog Blaubarts Burg" entstand, wurden gerade zwei bahnbrechende Entdeckungen gemacht: die Radioaktivität und die Psychoanalyse. Beides Instrumente, um bis dahin Nicht-Sichtbares zum Vorschein zu bringen - bei aller Gefahr einer unkontrollierbaren Kettenreaktion.“ (Sven Rech, SR 2 KulturRadio, 10. 3. 2008)