Konzept / Raum / Inszenierung > Penelope Wehrli; Stimme / Tanz > Rickie Eden; Barockensemble > Lauttencompagney Berlin; Musikalisches Konzept / Klangraum > Sam Auinger / katrinem; Kostüm > Ellen Hofmann; Motion-Tracking / Video Software > Dominik Rinnhofer; Audiosoftware > Joa Glasstetter; Kamera / Bildbearbeitung > Sirko Knüpfer; Technische Leitung / Maschinenentwicklung / Bau > Peter Buchheit; Dramaturgische Beratung > Detlev Schneider Zu Beginn ist der Raum still. Euridices Bild hat sich aufgelöst.
Orfeo führte Euridice aus der Unterwelt. Auf dem Weg durfte er nicht zu ihr zurückblicken.
Aber er blickte zurück, und Euridice verschwand. Geblieben ist die Erinnerung.
Orfeo muss sich umdrehen, damit er Euridice immer wieder neu erfinden kann.
camera orfeo ist eine Raumpartitur aus mehreren parallelen verlinkten Bild- und Klangebenen und aus bewegten spiegelnden Projektionsflächen und auf Schienen fahrenden Projektoren, zwischen denen sich die Besucher frei bewegen.
Monteverdi’s zentrale Arie Possente Spirto/Orfeo son Io (10:17) und gefilmte Bewegungsabfolgen der Sängerin und Performerin Rickie Eden sind in 1453 Sequenzen geteilt in einer Datenbank gespeichert.
Die Bewegungen der Zuschauer und der Elemente im Raum werden in bestimmten Zeitintervallen via Motion-Tracking gelesen und lösen so die Bilder und Klänge aus.
Unvorhersehbar sind deshalb im Verlauf des Abends die musikalischen und visuell-choreografischen Permutationen des Materials: Die in ihre einzelnen Instrumentalstimmen und Atembögen geteilte Arie aus Monteverdis Oper Orfeo (540 Minuten musikalisches Datenmaterial werden so generiert); endoskopische Aufnahmen der Stimmbänder der Sängerin während des Singens dieser Arie; die fragmentierten und mehrfach projizierten und gespiegelten Schreitfiguren der Performerin und einzelne Buchstaben aus dem Alphabet.